Reflektionen zum gemeinsamen Kino-Gehen "More than Honey" am 3.11.2012

von Michaela Kohlbacher-Schneider E-Mail

More Than HoneyGestern abend trafen wir Permakulturisten uns im Villi-Kino in Pörtschach zur Filmvorführung "More than Honey". Die Betreiberin empfing ums mit Schwarzbeersaft, Prosecco vom Fass und wunderbarem Vollkonbrot mit Honig. Eine Abordnung der  Gartenfreunde Fellach war ebenfalls zu Gast, was im Anschluss an den Film im Mec's (bei sehr lauter Hintergrundmusik - leider!) noch zu regem Austausch führte. Die Gartenfreunde Fellach sind eine Gruppe von Villachern, die zwischen ihren Häusern einen Gemeinschaftsgarten berteiben. Mehr dazu findet ihr unter www.gartenfreunde-fellach.at

Aus dem Film mitgenommen habe ich unter anderem den schockierenden Satz mitgenommen: "Jeder Mensch, selbst der, der sich vegetarisch ernährt, muss sich bewusst sein, dass er auf Kosten von Tieren in industrieller Massentierhaltung lebt." Selbst Veganer, die auf Honig verzichten mögen, genießen gern Nüssen, Früchte oder Gemüse, das aufgrund der Bestäubung von Bienen zur Fruchtreife gelangt ist.

Allein diese Erkenntnis, die zwar klar ist, aber über die ich mir bis gestern noch nie Gedanken gemacht habe, bestärkt mich in meinem Plan, nächstes Jahr die Besiedelung meiner Bienenkiste in Angriff zu nehmen. Einige von uns Permakulturisten werden auch gemeinsam Bienenkisten bauen und in die schonende Imkerei einsteigen. Wer Interesse hat, dabei mit zu machen, oder auch uns mit seinem Imkerwissen zu unterstützen, kann sich gern schon vorab melden (permakultur.kaernten@gmx.at)

Imhoof hat für seinen Film "More than Honey" eine Unmenge an Material zusammen getragen, die Bilder sind wunderbar, die Erkenntnisse oft erschreckend. Was an Material nicht im zeitlich begrenzten Film verwendet werden konnte, wurde als Buch "More than Honey" veröffentlicht, das ich hiermit gern empfehle.

Weiterführende Links:

2012-12-01 Solidarische Wege in/aus der Krise?!

von Michaela Kohlbacher-Schneider E-Mail

Strategien. Perspektiven. Alternativen.
Universität Klagenfurt, Mensagebäude, Universitätsstr. 90

Mehr sparen und mehr arbeiten, Abbau sozialer Rechte und von Demokratie: In der Krise wird all das nicht zuletzt oftmals unter Bezug auf Solidarität („jedeR muss jetzt Opfer bringen“) durchgesetzt. Dazu verschärfen sich Armut, Klimawandel und Ressourcenknappheit immer weiter. Zugleich wird immer deutlicher, dass die Gleichsetzung von Wachstum und Wohlstand nicht (mehr) stimmt, was jedoch lange Zeit eine wohlfahrtsstaatliche Kompromissformel der Solidarität war.

Aktuell verallgemeinert sich die Realität der Vielfachkrise ungebremst. Die wirklichen Ursachen bleiben unberührt.

Zugleich gibt es vielfältige Strategien, Projekte und Perspektiven, die Wege aus der Krise eröffnen wollen. Anlass der diesjährigen Tagung ist der Versuch einer Standortbestimmung: Gibt es eine Krise der Solidarität? Wie ist es um solidarische Strategien und Projekte in der Krise bestellt? Was wären Verbesserungen im Hier und Jetzt? Welche Begrenzungen von Solidarität und emanzipatorischer Politik gibt es aktuell? Wie lassen sich diese überwinden und welche über die bestehende Gesellschaft hinausweisenden Ansatzpunkte sind darin enthalten? Wie lässt sich Handlungsfähigkeit im Sinne der gemeinsamen Verfügungsmöglichkeiten über die eigenen Lebensmöglichkeiten erweitern? Welche solidarischen Wege aus der Krise sind möglich? Wie können wir auf dieser Grundlage eine umfassende, solidarische Transformation von Arbeit, Wirtschaft und Lebensweise denken und angehen?

Programm

9:00-09:30 Ankunft, Kaffee

09:30-12:00 Podium I – Solidarität in der Krise?
• Roland Atzmüller – Krise der Solidarität
• Friedericke Habermann
• Dieter Behr – Migration, Bewegungsfreiheit
• Michi Moser – Armutskonferenz-Wege aus der Krise

12:00-13:00 Mittagspause

13:00-15:30 Workshops

  • Migration
  • Armut und Soziale Sicherheit
  • Arbeit
  • Ökologie – Ernährung – Klima


15:30-16:00 Pause

16:00-18:30 Podium II – Soziale Sicherheit für alle! Strategien und Perspektiven
• Andreas Exner – Wachstum, Wohlstand, Gleichheit, Solidarische Ökonomie
• Werner Rätz –Globale Soziale Rechte/Soziale Infrastruktur
• Sabine Gruber – Arbeiten wie noch nie!
• Friederike Habermann, Ecommony

Gemeinsames Lernen: "Wir bauen ... eine Kräuterspirale mit spezielle features (Igelhotel, Insektenhotel, großer Teich)"

von Michaela Kohlbacher-Schneider E-Mail

Am 21. und 22. 7. war es endlich so weit! Das erste Projekt, das wir für jemanden außerhalb unserer Permakulturgruppe gebaut haben, wurde durchgeführt. Eine Kräuterspirale mit ein paar Spezialitäten sollte in einem wunderschönen, rießigen Garten in Radenthein gebaut werden.

Die Wettervorhersage war wenig motivierend, Juli ist Urlaubszeit und letztendlich haben wir wirklich gebangt, ob wir ein solches Projekt mit der Hand voll Teilnehmern überhaupt hinbekommen werden. Am Freitag Abend, als klar wurde, dass der Samstag ziemlich verregnet sein würde, schwebte schon so etwas wie "Absagen" durch den Raum, aber so ein bisschen Regen kann uns schließlich nicht wirklich schrecken.

Am Samstag morgen um 8:00 regnete es in Radenthein in Strömen und die Stimmung von uns 7 Kräuterspiralenbauern war eher gedrückt. Wir beschlossen, erst Theorie zu machen und eine Regenpause abzuwarten. Auf Wolfs Terasse genossen wir einen zweiten und dritten Kaffee und einen Tee, aber Petrus hatte einfach kein Einsehen mit uns. Als alle Theorie vermittelt war und wir Permakultur Kärnten ein bisschen vorgestellt hatten und ein 3. Kaffee beim besten Willen nicht mehr runter zu bringen war, begannen wir zu frieren. Was hilft dagegen besser, als Bewegung .... also rafften wir uns auf, legten das Regenzeug an und los ging es - schließlich gibt es kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung.

Entgegen meinen Erinnerungen hatte die Spirale nicht 3,5 m Durchmesser, sondern Radius. Langsam machte ich mir wirklich Gedanken ... zu wenig Leute, zu wenig Material, zu wenig Zeit ...? Gott sei Dank hatte Klaus, unser Spezialist die Materialmengen berechtnet und ich war etwas beruhigter.

Nur nichts anmerken lassen und rein ins Geschehen. Spirale ausstecken, Rasen abstechen, 1. Steinlage auslegen, Igelhotel aufstellen, Schotter hinterfüllen und weitere Steinschichten auflegen. Leider stellte sich heraus, dass der Dirndlstrauch (Kornelkirsche) leider mehr im Weg war, als dass er später als Ständer für's Insektenhotel genutzt werden könnte. Also den Dirdlstrauch wegschneiden. Inzwischen hatten wir auch Unterstützung von einem bis dahin noch Unbekannten bekommen und nun arbeiteten wir zu acht. Bis zum Mittagessen konnte man dann schon erkennen, dass es eine Kräuterspirale werden sollte. Trotz Dauerdusche war die Stimmung nun enorm und wir konnten sogar schon über den Regen witzeln, spätestens als wir entdeckten, dass der Friesennerz eine Regenrinne hat (siehe Fotos).

Unser Auftrag- und Gastgeber ist ein ausgezeichneter Haubenkoch und das Mittagessen (Paella) war einfach nur herrlich, was mich überlegen ließ, dass, wenn nun auch noch die Sonne scheinen würde, das Paradies keine Verheißung mehr wäre (wunderschöne Umgebung, tolle Gastfreundschaft, kreative, schöpferische Arbeit, ausgezeichnetes Essen ... was will man mehr, wenn nun auch noch das Wetter passen würde).

Nach dem Mittagessen mit 2 Dessert-Gängen ging es weiter. Jetzt war klar: Wir brauchen mehr Schotter und auch mehr Steine wären nicht schlecht, zumindest größer sollten die Steine sein. Aber am Samstag Nachmittag ist das so eine Sache mit einem Schottertransport .... LKW-Fahrverbot. Inzwischen stellte sich auch heraus, dass Klaus' Mengenangabe in Tonnen waren und die Schottergrube in Baggerschaufeln geliefert hatte, kleine Diskrepanz - große Wirkung. Auch Bauer mit Traktor und Anhänger war keiner aufzutreiben, da an diesem Nachmittag die Freiwillige Feuerwehr Wettkampftag hatte und alle Bauern der Umgebung bei der Feuerwehr sind. Als letzte Option blieb ein kleiner Anhänger mit 400 kg Nutzlast und Klaus' Wagen mit Hängekupplung. Ich weiß nicht mehr, wie oft Klaus und Wolf in die Schottergrube gefahren sind, jedenfalls haben wir just-in-time gearbeitet: Die einen holten Schotter aus der Schottergrube, luden den Hänger neben der Kräuterspirale ab (Gott sei Dank war es möglich den Hänger durch den halben Garten bis zur Spirale zu schieben), und während sie den nächsten Hänger holten, schaufelten die anderen den Schotter in die Spirale und verteilten ihn mit dem Rechen. Zugleich setzten wir die Steine der ersten Lage im Inneren der Spirale immer höher auf den Schotter. Am Abend ließ sich endlich wieder die Sonne blicken und wir schälten uns aus unserem Regengewand.

Nach dem Bauen, um 19:00 holten Wolf und zwei Unentwegte noch weitere Steine für den nächsten Tag. Ein Tag, an dem es in Kärten Niederschlagsmengen zwischen 70 und 90 Liter pro Quadratmeter gab, ging zu Ende.

Der nächste Tag begrüßte uns trockener und bald zeigte sich, dass es auch Sonne geben würde. 2 weitere Helfer stießen zu uns und weitere Fuhren Schotter und Steine wurden herangekarrt. Diesmal hatten wir wirklich große Steine und die kleinen vom Vortag wurden wieder ausgetauscht. Bis zum Mittag hatten wir den höchsten Punkt erreicht und auch ein paar Scheibtruhen voll Erde waren schon aus dem Teichraum entfernt. Um 13:00 Uhr gab es bei Sonnenschein den himmlischesten Schweinsbraten, den ich jemals gegessen habe. Der Zustand der Glückseligkeit war erreicht, bis um 14:00 Uhr unser Werk erneut angepackt werden wollte.

An die 50 Pflanzen wurden in die Spirale gesetzt und der Teich fertig ausgehoben. Mit 5 mal 8 Meter Teichfolie fanden wir das Auslangen. Bald wurde der Teich gefüllt und und bepflanzt. Durch den Regen am Vortag und die vielen Scheibtruhen mit Schotter und Steinen, die wir über die Spirale geführt hatten, konnten wir es wagen, am selben Tag zu bepflanzen. Natürlich wird sich die Erde-Sand-Humusschicht als oberste Lage der Spirale noch etwas setzen, aber viel wird das nicht mehr sein. Das Finish passierte unter den Augen der Auftraggeberin und ich weiß nicht wer glücklicher über die fertige Spirale und den Teich waren, Wolf und Erika oder Permakultur Kärnten.  Ein wunderschönes Wochenende ging zu Ende und wir sind schon gespannt, wie die Spirale in einigen Wochen, wenn alles angewachsen ist und zu wuchern beginnt, aussehen wird.

Gemeinsames Lernen: "Wir bauen ... ein Insektenhotel"

von Michaela Kohlbacher-Schneider E-Mail

Gemeinsames Lernen: Ernährung & Anbau

von Michaela Kohlbacher-Schneider E-Mail

<< 1 2 3 4 5 >>