Garten-News vom 27.5.2012

von Michaela Kohlbacher-Schneider E-Mail

Heute ist der große Tag. Habe Mann und Kinder zum freizeiteln verurteilt und möchte mich endlich dem Jäten der Beete im Waldgarten widmen ... möchte, ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck, aber die Zeit drängt, die Erdkirschen möchten in den Waldgarten und das eben erst, wenn dort etwas weniger Wildnis stattfindet.

Im Garten angekommen zupfe ich als erstes mal ein wenig Gras im Karotten-Zwiebelbeet und freue mich über die wild aufgegangenen Toamten dazwischen, werden immer mehr und wachsen wie die Turbos (im Vergleich zu denen die vor einem oder zwei Monaten indoor gesät wurden). Da von den drei Reihen Karotten, die ich gesät habe, nur eine einzige treibt (Nantasia 2 Arche Noah), habe ich mich entschlossen, vorerst einmal eine Reihe der nicht aufgegangenen durch Mangoldpflänzchen zu ersetzen. Und noch ein paar Erbsen nachgesteckt. Dann habe ich den Kartoffelkistenturm (ich glaub, so werd ich ihn jetzt wirklich in Zukunft nennen) um zwei Reihen Bretter aufgestockt. Dann habe ich noch die restlichen Äste des Zwetschkenbaumes mit Wasserflaschen beschwert so dass jetzt alle Triebe, bis auf einen sich in alle Richtungen strecken. Ein paar Zwetschken hat er heuer auch drauf und die sind von der Größe schon ganz beachtlich (ca. 3 cm). Aber dann habe ich wirklich nichts mehr anderes gefunden, also ist mir nichts mehr anderes übrig geblieben, als mit meinen 4 Baumscheiben-Terrassen zu beginnen.

Als erstes habe ich die vierte Plattform (verhungerter Apfelbaum) gerupft, einen Teil hat der beste Ehemann von allen davon schon abgemäht, inklusive Erdebeeren und Blutampfer, aber alles in allem war die Scheibe schnell fertig, viel Gras ein paar Brennnesseln und einige indische Scheinerdbeeren mussten dran glauben. Eine Nacktschnecke und 6 Weinbergschnecken aufgestöbert.

Auf Baumscheibe drei (Flaschen- - ähm - Zwetschkenbaum) sind viel mehr Scheinerdbeeren, viel mehr Gras und mehr Nacktschnecken, dafür nur 2 Weinbergschnecken. Ich turne unter den Flaschenästen durch und rupfe wie eine Wahnsinnige. Ich entdecke Mäusegänge und freue mich gar nicht.

Baumscheibe zwei (Hauszwetschke mit Wildlingstrieben) wird eine wahre Herausforderung. Südseitig habe ich schon öfters mal beim Vorbeikommen etwas gerupft, aber fast die ganze Baumscheibe ist voll mit Erdbeeren und indischen Scheinerdbeeren, bunt gemischt und ein paar rankende Geäwächse, Storchschnabel, Gänsefuß, Vergissmeinicht und noch etwas, was ich nicht kenne. Es wird eine aufwändige Zupferei, quasi jedes Erdbeerherz muss überprüft werden, ob es erwünscht ist oder nicht. Die Scheinerdbeere ist eindeutig effizienter beim Ranken, die Blätter sind dunkler, aber auch eine der von mir ausgepflanzten Erdbeersorten hat ähnliche Blätter, wie ich feststellen muss. Für diese Scheibe brauche ich fast doppelt so lange wie für die beiden voran gegangenen. Immer wieder findet sich ein Erdbeerherz, das mit heraus gerissen wurde und doch wieder eingesetzt werden sollte, weil es eigentlich erwünscht ist. Auch hier wieder Gänge in der lockeren Erde und ich bin wirklich froh dass es den Bäumen - noch - so gut geht. Schließlich ist alles durchgearbeitet und nur noch eine einzige Erdbeerpflanze liegt noch. Auch die will ich wieder einsetzen, doch als ich es gerade versucht habe, sehe ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung neben meiner Hand und erschrecke gehörig. Es waren doch keine Mausgänge, sondern die einer Erdkröte! Einige Nacktschnecken, keine Weinbergschnecken.

Baumscheibe eins (Mirabellen)  hat zwischen den Erdbeeren auch wieder alle Rankgewächse und eine ganzes Geflecht von wilden Himbeeren. Auch dort brauche ich noch eine ganze Weile bis alles wieder unter Dach und Fach ist. Alles in allem haben sich die Erbeeren, die ich letztes Jahr zu den Bäumen gesetzt habe, gut vermehrt und mit den Walderdbeeren der Wiese gemischt. Große und kleine Erdbeeren wachsen einträchtig nebeneinander. Allerdings frage ich mich langsam, wo ich heuer meine Physalis hinsetzen werde. Einige Nacktschnecken, keine Weinbergschnecken.

In Baumscheibe 4 setze ich 6 meiner Erdkirschen. Die Kröte gräbt sich inzwischen Hinterteil voran bis zum Kopf in die Erde, ich hoffe, die toleriert meine Störaktion.

 

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