Willkommen auf der ersten deutschsprachigen Website zum Thema "Earthship"!
von Michaela Kohlbacher-Schneider
Im September 2006 bin ich als zufällig auf die Earthships, eine zukunftsweisende, aber seit 30 Jahren erprobte Bauform gestoßen. Die Earthships, von denen es derzeit weltweit etwa 1000 gibt (einige auch schon in Europa: Brighton, Fife, Växhuset und Valencia ein weiteres wurde 2007 in Frankreich gebaut), sind völlig autarke Häuser, die mit indigenen Materialien gebaut werden. Völlig autark bedeutet, die Strom-/Wasser-/Abwasser-/Gas-Versorgung und auch die Versorgung mit Gemüse und Obst kann von den Bewohnern unabhängig von irgendwelchen Versorgungssystemen bewerkstelligt werden, es können aber auch nur Teile dieses Konzepts umgesetzt werden (z.B. nur Stromerzeugung, Lebensmittelerzeugung, Wassergewinnung). Trotz des Einsatzes hochentwickelter Technologien sind diese Häuser für jedermann erschwinglich. Ein herkömmliches Passivhaus kostet heute ab etwa 1.500,- € pro Quadratmeter, bei einem Earthship ist man ab 250,- € pro Quadratmeter dabei. Außerdem wurde vom NIBE (Nederlands Instituut voor bouwbiologie und ecologie BV [= Nl. Institut für Baubiologie und Ökologie]) errechnet, dass ein Earthship 9 mal weniger Umweltbelastung als ein konventionelles Haus erzielt, der viel zitierte ökologische Fussabdruck ist damit ungleich günstiger als bei teureren mitteleuropäischen Häusern, ohne dabei auf Wohnkomfort zu verzichten.
In Europa stehen wir erst am Anfang. Zwar gibt es auch schon innerhalb der EU ein paar Earthships, aber dennoh bedeutet es einen nicht zu vernachlässigenden bürokratischen Aufwand und natürlich eine ganze Menge Überzeugungsarbeit, bei uns das erste Earthship auf die Beine zu stellen. Wir suchen daher eine Gemeinde, die interessiert ist, so ein erstes Earthship, z.B. als Volkshaus, Jugendzentrum, Probenraum oder vielleicht auch als Öko-Hotel zu bauen. Unser Wissen stellen wir zur Verfügung und natürlich wären wir auch gern bereit ein Aushänge-Projekt mit z.B. arbeitslosen Jugendlichen oder anderen "Randgruppen", die sich beim Bau fachliche Qualifikationen erwerben können, zu organisieren und ein erstes Vorzeige-Earthship für den deutschen Sprachraum zu schaffen. Vielfach ist bei Leuten aus Deutschland und Österreich schon der Wunsch geäußert worden, einmal ein Earthship zu sehen oder auch darin einige Zeit zur Probe zu wohnen, aber die Reise nach Amerika, wo es Earthship-Hotels und Jugendherbergen, sogar eine Reha-Klinik wird dort als größtes bisheriges Earthship gebaut, ist lange und teuer. Auch die internationale Presse, die eine Gemeinde mit einem solchen Projekt erhalten würde, und der Bekanntheitsgrad bei Earthship-Interessenten in aller Welt wäre nicht zu vernachlässigen.
Neben dem Effekt, sich selbst mit Energie, Wasser etc. zu versorgen, werden einfache, hoch verfügbare Baumateralien verwendet. Vorweg wird die thermale Masse der Bauteile genutzt, sprich, die Wände speichern in unseren Breiten die Wärme des Tages und geben diese während der Nachtstunden wieder ab (in heißeren Gegenden wird dieses Prinzip reziprok angewandt). Deshalb müssen die tragenden Wände eine größtmögliche Masse haben. Da ja natürliche Materialien ohne lange Transportwege verwendet werden sollen, werden die tragenden Wände aus verdichteter Erde/Schotter/Sand hergestellt. Dafür wird eine kostengünstige Schalung, nämlich die Altreifen verwendet. (siehe auch “Vision/Neues Konzept” und Vision/Earthship-Systeme”.
Als Umweltschützer mag einen das im ersten Augenblick abschrecken, aber abgefahrene Autoreifen sind wie viele andere Produkte, die unsere Gesellschaft für eine kurzfristige Verwendung produziert, einer der Rohstoffe des 21. Jahrhunderts. Sie kommen nahezu weltweit in beliebig großen Mengen vor und können nur mit großem technischen Aufwand recykliert werden. Als Schalung für die komprimierte Erde der tragenden Wände sind sie aber ideal. Einmal außen zugeschüttet und innen verputzt werden sie nicht mehr von UV-Licht beeinträchtigt, d.h. sie können sich auch über Jahre hinaus nicht zersetzen, halten die Wände Jahrzehnte wenn nicht sogar Jahrhunderte lang zusammen, helfen Energie sparen und erfahren eine kostengünstige, Ressourcen schonende und sinnvolle Wiederverwendung. Besser als Verbrennen. Und ein nicht zu vernachlässigender Teil der Altreifen wird heute ohnehin auch geschreddert und zu Baumaterialien wie Matten, Rohre, Trägermaterial für Teppichböden etc. weiterverarbeitet.
Ähnlich sieht es auch mit den nicht tragenden Wänden aus. Diese werden mit Flaschen oder Aludosen aufgemauert. Eine nicht tragende Zwischenwand benötigt von ihrer Statik her nicht die komplette Masse aus Beton/Mörtel, sondern es können leichtere Elemente wie in einer Matrix als Füllmaterial verwendet werden. Das spart Beton/Mörtel (CO2) und bildet z.B. bei farbigen Glasflaschen auch wunderschöne optische Effekte aus. Nicht nur diese Details, sondern das gesamte Earthship ist ästhetisch anspruchsvoll, durch z.B. begrünte Dächer und Erdwälle hinter den tragenden Außenwänden fügt es sich harmonisch in die Landschaft ein. Für die Dachkonstruktion werden entsprechende Abfallhölzer verwendet, es können aber auch durchaus hochwertige Bauhölzer/Leimbinder sein. In unseren Breiten wird ein Earthship mit einer großen Glasfasade nach Süden hin errichtet, um die Tageswärme und das Tageslicht einzulassen. Hinter den Süd-Fenstern befindet sich eine große Pflanzenwanne, in der z.B. in Colorado auf 2500m Seehöhe (vergleichbares Klima wie in Österreich) im Winter Tomaten, Ananas und Bananen, sowie Orchideen gezogen werden können. Damit wird eine Versorgung der Bewohner mit Gemüse und Obst während der kalten Jahreszeit bewerkstelligt.
Es würde uns sehr freuen, wenn gerade wir Österreicher uns als Pioniere zum Thema "Nachhaltiges Bauen/Wohnen/Leben" hervor tun würden das erste Earthship auf deutschsprachigem, ja sogar mitteleuropäischem Boden errichten könnten. Für weiter Informationen stehe ich Euch natürlich gern zur Verfügung.
Haben Sie nach dem Schmökern auf diesen Seiten Gefallen an den Earthships gefunden? Dann nehmen Sie doch Kontakt mit uns unter michaela[at]earthship.at auf. Möchten Sie auf der Fan-Map mit angeführt werden, sind Sie herzlich eingeladen, mir Ihre Daten zu schicken.
Liebe erdige Grüße
Michaela Kohlbacher-Schneider
Klagenfurt - Kärnten - Österreich
10 Kommentare
in mir reift schon lange ein Traum, und nun ist die Zeit gekommen, ihn zu pflücken und wahr werden zu lassen. Doch ich werde Hilfe und Unterstützung von herzlichen Menschen brauchen....da mache ich mir nichts vor.
Ich bin eine sehr lebenslustige, offene, warmherzige und kreative Frau (32) und habe drei wundervolle Kinder.
Momentan leben wir in einer Stadt im Norden. Aufgewachsen auf dem Land in einem Dorf, spüre ich durchgehend eine große Sehnsucht nach der Natur. Warum bin ich dann erst in die Stadt gezogen? Als ich vor ca 8 Jahre den Entschluss fasste, war ich wesentlich konsumorientierter, brauchte ein gewisses soziales Umfeld, und der richtige Kindergarten für uns war hier gleich um die Ecke. Seit diesen 8 Jahren habe ich immer wieder Ausreden erfunden (an die ich natürlich sehr geglaubt habe), warum ich nicht meiner Sehnsucht folge. Ich habe nach und nach jede einzelne Schranke in mir niedergerissen, was wirklich Zeit benötigte. Der Traum ist von innen heraus gewachsen. Und nun ist er kristallklar:
Ich möchte mein Hab und Gut auf ein Minimum reduzieren (ich bin schon dabei - es ist wirklich erstaunlich, wie wenig man eigentlich braucht), möchte mit meinen Kindern in der Natur leben und dort mit meinen Händen arbeiten, mich von natürlicher Nahrung ernähren (bin seit geraumer Zeit dabei, auf Rohkost umzusatteln), und natürlich wohnen. Ich möchte es schaffen, mich aus möglichst vielen Abhängigkeiten zu befreien. Auch ein ganz wichtiger Schritt: Mich von der Abhängigkeit des Arbeitslosengeldes zu befreien (da ich alleinerziehend bin, habe ich die letzten Jahre davon gelebt). Ich möchte nur noch da mit Geld zu tun haben, wo es nicht anders möglich ist. Da ich drei Kinder habe, ist es meiner Meinung nach in Deutschland fast unmöglich, ganz "auszusteigen". Ich möchte jedoch endlich "leben" - im Hier und Jetzt. Ich habe immer wieder festgestellt, wie sehr Besitztümer mich in meiner Freiheit einschränken. Ich möchte mich jedoch so frei wie möglich fühlen.
Nun stehe ich allerdings da und bräuchte für den Neustart doch wieder Dinge, die mir noch nicht zur Verfügung stehen. Durch meine finanzielle Situation habe ich nichts Erspartes. Und da kommt nun mein Anliegen:
Ich möchte hier nicht um Geld bitten. Ich will kein Geld! Da ich mich in Zukunft auch von der Mietzahlung befreien möchte, habe ich ein paar Ideen, von denen ich gerne eine umsetzen würde. Im Moment wohnen wir in einer kleinen Wohnung, doch wenn das Umfeld stimmt, kann ich mir einen wesentlich kleineren Wohnraum sehr gut vorstellen. Ob es ein Bauwagen, ein kleines Strohballenhaus, ein Earthship oder sonst eine alternative Wohnform wäre. Ich wäre begeistert!!!! Auf Strom bin ich nicht angewiesen. Ein passendes Fleckchen Erde habe ich eventuell schon in Aussicht (ist noch nichts festes). Das heißt: Ich würde mich über jede Materialspende, über jeden guten Tipp und Ratschlag, über jede helfende Hand sehr freuen. Ich wäre sehr dankbar! Ich stehe ganz am Anfang meiner Reise. Somit ist noch alles drin. Vielleicht könnte man ein kleines Projekt draus machen? Ebenfalls würde ich mich über Kontakte zu Gleichgesinnten sehr freuen: Wer hat schon Erfahrungen in diese Richtung, wer möchte vielleicht mitmachen? Ich bin für alles offen! Im Gegenzug biete ich natürlich auch etwas von mir an: Ich male sehr gerne und bin gut darin, Räume zu gestalten (ist nur ein Beispiel).
Ich glaube fest daran, dass man Unterstützung bekommt, und dass sich einem keine großen Steine in den Weg legen, wenn man mit ganzem Herzen seinem Traum folgt.
Ich freue mich auf Euch!
traumverwirklicherin@gmx.de
was für eine erfreuliche Seite. Gibt es schon Häüser in Deutschland?
herzlichen Gruß
MArja van den Berk
ich bin völlig begeistert von dieser sache. seit langem trage ich mich mit dem gedanken eine kleine ökolebensgemeinschaft auf meiner Insel zu bauen. alle möglichen hausideen , aber das hier ist das allergeilste. wenn interesse besteht, dann bitte melden.
ein freundlicher gruß von den kanarischen inseln
Marthe Cossart
Es würde schon genügen das wir mit der protzigen , verschwenderischen architektur aufhören und statt dessen Earthship - artig bauen koennten!
Ich habe folgende frage. darf man unter irgendwelchen umstaenden in österreich ein earthship haben oder bauen , mit irgendwelchen stix und trix ? oder ist es ganz unmöglich?
Wie schaun da die verordnungen aus ?
Wo in Österreich oder im internet kann ich mich am besten über die verordnungen erkundigen ?
Welche art von alternativ bau ist in Österreich momentan am zulässigsten ?
Für ihre kommunikation bin ich ihnen sehr dankbar,
klaus tiefenbrunner
dieser Beitrag ist ja schon ein paar Jahre her und mich würde interessieren, ob das Projekt schon angelaufen ist, oder noch anlaufen wird, oder sogar schon beendet ist ? Ich war dieses Jahr in Brasilien und habe viel über alternative Behausungen gelesen, gehört, gesehen eben über diese sogenannten earthships. Wäre super nett, wenn ihr mir ein paar kurze Infos schicken könntet. Vielen Dank und schöne Grüße Christoph
Würde auch gerne wissen wie es mit Baugenehmigungen aussieht! Ich finde das Konzept genial und denke dass wir dadurch enormes für unsere Umwelt beitragen können!
Lang leben die Hobbits!
wir sind gerade dabei ein Earthship zu bauen, bzw konkret in der Planung. Ich such Erfahrungen, da die nur englische Literatur für mich ein Problem ist. Wer weis Jemand der im deutschsprachigen Raum eines baut oder gebaut hat.
Freue mich von Euch zu hören.
Angelika
solange ihr euch um Gesetze und Bauordnungen kümmert, ach ja und die gerade gängigen und sich immer wieder ändernden
Staats+Europanormen wird das mit earthship nix! Ihr müßt euch auch im Klaren sein Versicherung für das earthship wird auch nix! Sollte irgend ein Bauteil nonkonform sein. (Heizung, Geländer, usw.) Also ich sehe am ehesten eine Chance wenn sich mehrere Gleichgesinnte zusammentun, ein Stück Land pachten oder kaufen und einfach ihre Ideen und Träume darauf verwirklichen ohne jemanden zu fragen. In diesem Sinne be free! Just do it!
In Österreich steht derzeit die Bauordnung und die Deponieverordnung dem Projekt entgegen. Ließe sich möglicher Weise umgehen, wenn man einen kompetenten Partner wie eine Universität, die das Earthship als Forschungsprojekt macht, bekommen könnte.
01.10.06 20:21:00,